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Nicht-Standard-Ports sind Cyberattacken ausgesetzt

Wenn Sie gerne Superhero-Movies anschauen, wissen Sie, dass Superhelden ihre Identität durch Anonymität, z. B. durch das Tragen einer Maske schützen.Superhelden-Filmen Mit Ausnahme von Iron Man, versuchen Superhelden sich durch die Verheimlichung ihrer wahren Identität zu schützen. Bei der Netzwerksicherheit ist das sehr ähnlich.

Das Prinzip „Security through obscurity“ (deutsch „Sicherheit durch Obskurität“) ist sehr umstritten. Können Sie wirklich Unfälle vermeiden und ist es wirklich sicherer, nur auf Seitenstraßen statt auf der Autobahn zu fahren? Können Sie auf diese Weise ebenso effizient an Ihr Ziel gelangen? Es ist zwar möglich, aber das bedeutet nicht, dass Sie unerwünschte Vorfälle für immer vermeiden können.

Der Unterschied zwischen Standard-Ports und Nicht-Standard-Ports

Firewall-Ports werden durch Internet Assigned Numbers Authority (IANA) für bestimmte Zwecke oder Dienste zugewiesen.

Es gibt zwar über 40.000 registrierte Ports, doch nur eine Handvoll wird regelmäßig verwendet. Dabei handelt es sich um Standard-Ports. HTTP (Webseiten) verwenden beispielsweise Port 80, HTTPS (Websites, die Verschlüsselungen einsetzen) verwenden Port 443 und SMTP (E-Mails) verwenden Port 25.

Die zum Abhören dieser Ports konfigurierten Firewalls sind zum Empfangen von Verkehr bereit. Cyberkriminelle sind sich dessen bewusst und richten ihre Attacken deshalb auf diese häufig verwendeten Ports. Infolgedessen verstärken Unternehmen diese Ports mit Abwehrfunktionen gegen solche Bedrohungen.

Als Reaktion auf die vielen auf Standard-Ports gerichteten Attacken wenden sich Unternehmen vermehrt an die Verwendung von Nicht-Standard-Ports für ihre Dienste. Ein Nicht-Standard-Port kann für andere als die standardmäßig zugewiesenen Zwecke verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist die Verwendung von Port 8080 anstatt Port 80 für Web-Verkehr.

Das entspricht der „Security through obscurity“-Strategie. Damit können Cyberkriminelle zwar für kurze Zeit verwirrt werden, doch auf lange Sicht ist es keine wirksame Sicherheitslösung. Außerdem kann die Verbindung mit Ihrem Web-Server für Ihre Benutzer erschwert werde, da deren Browser für die Verwendung von Port 80 konfiguriert sind.

Angriffe gegen Nicht-Standard-Ports

Laut Daten im SonicWall Cyber Threat Report 2019 ist die Zahl der Angriffe gegen Nicht-Standard-Ports deutlich gestiegen. SonicWall-Berichten zufolge wurden 2017 mehr als 17,7 % aller Attacken über Nicht-Standard-Ports durchgeführt.

Diese Zahl stieg im Jahr 2018 auf 19,2 % an. Das ist eine Steigerung von 8,7 %. Allein im Dezember 2018 wurden sogar 23 % verzeichnet.

Wie können Nicht-Standard-Ports geschützt werden?

Die beste Abwehr von Cyberattacken gegen Dienste auf Standard- und Nicht-Standard-Ports ist die Implementierung einer mehrschichtigen Sicherheitsstrategie.

Das Prinzip „Security through obscurity“ ist eine Schicht dieser Strategie. Man darf sich jedoch nicht zu stark auf diese Schicht verlassen, da sie nicht den benötigten Grad an Sicherheit bieten kann. Sie schützt zwar vor Port-Scans, kann aber keine gezielteren Cyberattacken abwehren.

Deshalb sollten Sie unbedingt weitere Maßnahmen ergreifen, z. B. eine regelmäßige Änderung der Kennwörter, Verwendung von Zwei-Faktor-Authentifizierung und sofortige Implementierung von Patches und Updates. Zusätzlich sollte eine Firewall verwendet werden, die anstatt des gesamten Verkehrs auch spezifische Artefakte analysieren kann (d. h. ein Proxy-gestützter Ansatz).